Bauprojekt der 4. Klasse

Im Rahmen der letzten Bauepoche entstand gemeinsam mit Herrn Marx aus dem Gartenbau die Idee, mit der vierten Klasse während der Projekttage ein Bauprojekt umzusetzen: Der Schulgarten sollte durch eine fünf Meter lange, selbst gebaute Trockenmauer aus Kalkstein verschönert und neu gestaltet werden.

Schon im Vorfeld packten die Kinder tatkräftig mit an. In den Obstgärten zwischen Drais und Finthen sammelten sie fleißig Lesesteine, die anschließend mit dem Traktor und mit Unterstützung von Familie Pfeiffer zur Schule gebracht wurden. Dort wurden die Steine abgeladen und sorgfältig nach Größe sortiert.

 

Bereits am Wochenende vor den Projekttagen trafen sich mehrere Familien und bereiteten das Gelände vor: am festgelegten Standort musste der Hang geebnet und so der Untergrund für die Trockenmauer vorbereitet werden. Außerdem wurden Kies und Split organisiert sowie erste Pflanzen besorgt, mit denen die Mauer später begrünt werden sollte.

Am ersten Tag der Projektwoche war es dann soweit: Der große Bautag begann. Die Kinder wurden in kleinere Gruppen eingeteilt und konnten unter Anleitung engagierter Eltern direkt loslegen. Die Bauleitung übernahmen die Eltern und bezogen die Kinder in jeden Arbeitsschritt mit ein. So wuchs Stein für Stein die neue Mauer. 

Zunächst wurde das Fundament vorbereitet. Die Kinder mischten Kies und Split, luden die Mischung in Schubkarren und transportierten sie zum Bauplatz. Dort wurde das Material mit den Füßen und mit Holzplatten fest verdichtet. Anschließend konnte die erste Steinreihe gesetzt werden.

Nun begann die eigentliche Feinarbeit: Die Steine mussten immer wieder gedreht, gewendet und neu platziert werden, bis sie stabil und passend aufeinanderlagen. Zwischenräume wurden mit der Kies-Split-Mischung aufgefüllt, bevor die nächste Reihe folgte. Dabei achteten die Kinder darauf, dass sich die Mauer leicht an den Hang anlehnt, um diesen zusätzlich zu stabilisieren. Es wurde darauf geachtet, dass keine sogenannten Kreuzfugen entstehen, das hatten die Kinder bereits im Epochenunterrichts. Die Steine sollten sich überlappen und nicht genau übereinander liegen.

Mit großer Begeisterung arbeiteten die Kinder mit. Die Motivation war spürbar hoch, und voller Stolz beobachteten sie, wie die Mauer Schicht für Schicht größer wurde.

Nach etwa eineinhalb Stunden wechselten die Kleingruppen. Manche Kinder blieben länger auf der Baustelle, andere schnupperten kurz hinein und verbrachten die übrige Zeit im freien Spiel auf dem Schulgelände, begleitet von weiteren Eltern und Madame May. Es waren jedoch stets genug fleißige Hände vor Ort, sodass die Mauer kontinuierlich weiterwuchs.

Als schließlich alle Steine einen Platz in der Mauer gefunden hatten, erhielt das Bauwerk den letzten Schliff: Gemeinsam bepflanzten die Kinder die Trockenmauer mit Steinkräutern.

So entstand nicht nur ein wunderschönes neues Element im Schulgarten, sondern auch ein Projekt, bei dem die Kinder Teamarbeit, Ausdauer, handwerkliches Geschick und sichtbaren Erfolg erleben konnten.

 

Text: Samuel Himmel/Kevin Handke
Fotos: Kevin Handke

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