Geschichte

Klasse 4. bis 13. Klasse

In der vierten Klasse findet der erste Geschichtsunterricht statt. Dabei wird die nordische Mythologie und die Heimatgeschichte behandelt durch das Erzählen von Geschichten und Mythen. Die fünfte Klasse hat dann Alte Kulturen und Völker und die griechische Mythologie zum Inhalt. Die sechste Klasse behandelt das Römische Imperium, das Mittelalter und die Europäische Geschichte.

Die siebte Klasse behandelt dann passend zum Geographieunterricht die Geschichte Fremder Völker, die Entdecker und Forscher und die Neuzeit. Die achte Klasse hat die Neuzeit und die Gegenwart zum Inhalt.

Geschichtliche Inhalte der Klassenstufen

In der 9. Klasse sind die Schüler:innen und Schüler:innentendenziell stark emotional und idealistisch geprägt, empfinden eine starke Selbstwirksamkeit und wollen die Welt verändern. Daher werden insbesondere Ideologien und Einzelschicksale aufgegriffen, um den Jugendlichen positive und negative Beispiele an die Hand zu geben, wie das Individuum die Welt prägen kann.

Die Schüler:innen behandeln das 19. und 20. Jahrhundert beginnend mit der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen bis möglichst zum Ende des Ost-West-Konflikts.

Hierbei können thematisch vor allem die ersten Versuche der Demokratie in Deutschland und die Entstehung des deutschen Nationalstaats, der Imperialismus und Kolonialismus im 19. Jh., der Weg in den Ersten Weltkrieg und der Nationalsozialismus sowie der Holocaust im Fokus stehen, nach Möglichkeit auch der Ost-West-Konflikt und seine geopolitische sowie deutsche Wechselwirkung. Der Hintergrund der 9. Klasse ist es, einen geschichtlichen Überblick zu erhalten und sich selbst in der Geschichte verorten zu können.

Darüber hinaus werden die Schüler:innen an erste Schritte der historischen Quellenkritik und der Bildanalyse herangeführt.

Mit der Tendenz, sich in die eigene Gefühlswelt zurückzuziehen und die maßgeblichen Fragen der eigenen Existenz zu beleuchten, spricht man von der 10. Klasse tendenziell von der Zeit des "heruntergeklappten Visiers". Diese Tendenz versucht der Geschichtsunterricht aufzugreifen, indem er nochmals in die Anfäge der Menschheitsgeschichte zurückkehrt und eben jene Fragen aufgreift. Was dachten verschiedene Kulturen über Anfang und Ende eines meschlichen Lebens? Wie positionierte sich das Individuum zur Gesellschaft? Welche Werte wurden vertreten?

Bis zum Ende der Oberstufe beginnt mit der 10. Klasse ein zweiter Durchlauf durch die historischen Epochen. Die 10. Klasse beschäftigt sich daher zeitlich mit der "Steinzeit" bis in die griechische Antike und versucht anhand von Mythen, der Sesshaftwerdung, dem Einfluss des geografischen Lebensraums auf die Gesellschaft, die Entstehung von verschiedenen Gesellschaftstypen sowie von Handel, Politik und Herrschaftssystemen einen Hintergrund zur Auseinandersetzung mit den Fragen der Jugendlichen zu ermöglichen. Auch die Auseinandersetzung mit der Archäologie und der Frage, wie historisches Wissen eigentlich entsteht und welche Grenze hierbei gesetzt sind, wird behandelt.

In der 11. Klasse begegnen die Jugendlichen ihrer Umwelt deutlich analytischer als zuvor. Während zuvor teils überwiegend emotional geurteilt wird, wachsen in 10. und 11. Klasse das Verständnis für komplexe Sachverhalte und die Fähigkeit, diese mit einer gewissen Distanz analytisch zu untersuchen.

In der 11. Klasse steht zeitlich das Mittelalter (ca. 500-1500) auf dem Plan. Inhaltlich wird der Wandel von der Antike zum Mittelalter sowie ausgewählte Entwicklungen des Mittelalters nachvollzogen. Hier ist bereits ein deutlich stärker analytisches Arbeiten möglich und es werden allgemeingültige politische und gesellschaftliche Fragestellungen aufgeworfen, die sich am Mittelalter bearbeiten lassen. Hierzu gehören beispielsweise die Entstehung und Verbreitung der Weltreligionen sowie deren wechselseitige Kontakte, aber auch insgesamt die Beziehung zwischen Religion und Herrschaft sowie andere ideengeschichtliche und politische Entwicklungen. Anhand der intensiven Bildsprache des Mittelalters sowie der Verfügbarkeit von Textquellen kann das analytische Verständnis der Jugendlichen trainiert und die historisch-kritische Auseinandersetzung mit Textquellen zunehmend vertiefend eingeübt werden. 

In der 12. Klasse findet eine Überblicksepoche statt, welche entweder längsschnittartig ein Thema zu unterschiedlichen Zeiten beleuchtet (z.B. Ursache, Verlauf und Auswirkung von Neolithischer Revolution, Französischer Revolution und Industrieller Revolution im Vergleich) oder einen Querschnitt an Themen untersucht (z.B. unterschiedliche Aspekte der Welt um das Jahr 1800). Hierbei können unterschiedliche Epochen der Menschheitsgeschichte beleuchtet werden, in der Regel liegt das Hauptaugenmerk aber wiederum auf der Neuzeit. 

In der 12. Klasse werden anhand von Bild- und Textquellen sowie ggf. Denkmälern das historisch-kritische Vorgehen und analytische Untersuchen eingehend vertieft.

Die 13. Klasse dient der intensiven Abiturvorbereitung, der umfassende Umgang mit historischen Quellen jedweder Art steht hierbei im Vordergrund. Die Analyse und Interpretation dieser Quellen wird im Hinblick auf die vom Ministerium vorgegebenen Themen der jüngeren und jüngsten Neuzeit intensiv eingeübt. Auch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Lehrmeinungen von Historikerinnen und Historikern sowie komplexen Deutungsmustern ist ein Teil des Geschichtsunterrichts. Die Schüler:innen lernen daher neben dem detaillierten Einblick in die jüngere und jüngste Vergangenheit, sich Geschichte multiperspektivisch zu nähern und diese kritisch zu untersuchen.