Handarbeit

Die Handarbeit begleitet die Kinder und Jugendlichen über viele Jahre hinweg und ist ein fester Bestandteil des künstlerisch-praktischen Unterrichts an unserer Schule. Vom ersten Kontakt mit der weichen Rohwolle bis hin zum selbst entworfenen und genähten Kleidungsstück erleben die Schüler:innen die Freude am Gestalten mit den eigenen Händen. 

Dabei entdecken sie Materialien, Techniken und Ausdrucksformen, die ihnen neue Zugänge zur Welt eröffnen. Im schöpferischen Tun entwickeln sich Feinmotorik, Konzentration, Ausdauer sowie ein wachsender Sinn für Form, Farbe und Schönheit. Die Schüler:innen erfahren, wie aus einfachen Materialien etwas Eigenes entsteht - und erleben dabei Selbstwirksamkeit, Kreativität und Gestaltungskraft.

Eine Gruppe von Kindern sitzt an einem Tisch und beschäftigt sich mit Strickprojekten aus blauem Garn. Zwei Mädchen stricken im Vordergrund, während ein Junge zusieht und andere Kinder im Hintergrund arbeiten. Sonnenlicht strömt durch die Fenster.

Unterstufe

In der Unterstufe steht die Freude am praktischen Tun im Mittelpunkt. Im Umgang mit Wolle, Garnen, Stoffen und Farben sammeln die Kinder grundlegende Erfahrungen: Wie fühlt sich ein Material an? Wie verändert es sich durch meine Arbeit? Was kann daraus entstehen? Sie stricken, häkeln, nähen, sticken und färben - in einer Weise, die ihrer altersgemäßen Entwicklung entspricht. Dabei stärken sie ihre motorischen Fähigkeiten, Konzentration und ihr Vertrauen ins eigene Können. Die Handarbeit eröffnet ihnen einen Raum, in dem sie sich gestalterisch ausdrücken und eine lebendige Beziehung zur Welt der Dinge aufbauen können.

Mittel- und Oberstufe

Das Handnähen steht nun im Mittelpunkt und wird anhand der Herstellung eines Stofftieres gelernt und geübt. Hierbei erarbeiten sich die Schüler:innen bei der Gestaltung die Fähigkeit aus der Fläche in den Raum zu gehen. Ein erster Umgang mit Schnitten findet statt. Die Beschäftigung mit dem Wesen des Tieres lässt seelisch Empfundenes im Äußeren sichtbar werden. Umstülpen, Stopfen und das Geschick für die Anfertigung der Details verleihen jedem Tier individuelle Züge.

Durch den darauf folgenden Umgang mit Ahle, Prick-Eisen, Lochzange und Hammer auf dichteren Materialien wird handwerkliches Geschick, Kraft, Ausdauer und Durchhaltevermögen gefördert. Die Sattlernaht wird erlernt. Es entstehen Schuhe oder Turnbeutel und Bauchtaschen. Der Umgang und die Kenntnis der Natur von Geweben und Materialien bieten den Boden für die Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen.

Für den Übergang vom Handnähen zur Arbeit an der Tretnähmaschine, gefolgt von der elektrischen Nähmaschine, beschäftigen sich die Schüler:innen mit der Mechanik. Selbstständigkeit im Lösen technischer Herausforderungen, die gedankliche Durchdringung und Planung jedes Arbeitsschrittes und eine exakte Arbeitsweise führen über kleinere Arbeiten zur Herstellung eines eigenen Kleidungsstückes.