Werken

Ein Stapel Holzschläger in verschiedenen Größen und Formen, einige mit quadratischem Kopf, andere mit rundem Kopf, verstreut und überlappend in einer Kiste.

Holzwerken Klasse 5

Wir lernen das Handschnitzmesser beim Bearbeiten von Grünholz kennen. Dabei machen wir uns mit verschiedenen Schnitztechniken vertraut, insbesondere beim Schnitzen von Mustern. Hergestellt werden Holzspielzeuge, die allein durch ihre Gestaltung schon eine große Motivation zum Arbeiten mit Holz wecken.

Im zweiten Halbjahr werden die Werkzeuge größer. Das Beil, die Raspel und die Feile kommen hinzu. Außerdem wird ein eigenes Schnitzmesser hergestellt, das den Schüler:innen und Schülern auch das Schnitzen zu Hause ermöglicht. Die Formensprache bleibt dabei weich und organisch.

Eine Gruppe von einzigartig geformten Salz- und Pfefferstreuern aus Holz mit glatten Oberflächen, die auf einer rustikalen Holzoberfläche im Freien angeordnet sind.

Holzwerken Klasse 6

Zu Beginn des Schuljahres untersuchen wir die Gestaltungskriterien eines „formschönen“ Löffels. Nachdem die Merkmale erkannt und verinnerlicht wurden, geht es an die Arbeit. Zuerst wird mit dem Beil gearbeitet, dann kommen das Hohleisen, die Raspel, die Feile und das Schleifpapier zum Einsatz! Bereits mit dem Beil wird die organische Drehung des Löffels angelegt.

Obwohl alle Schüler:innen die gleiche Aufgabe haben, entstehen doch so unterschiedlich geformte Löffel, wie es Individuen in der Klasse gibt. Ist der Löffel fertiggestellt, werden kleinere Werkstücke wie Salzstreuer oder Kleiderbürsten gefertigt.

Das Ziel des Unterrichts ist ein sicherer Umgang mit den Werkzeugen und das richtige Bearbeiten des Holzes. Aber vor allem geht es darum, die Gestaltungskräfte zu entfalten!

Eine handgeschnitzte Holzschale mit einer rauen, strukturierten Oberfläche steht auf einem rustikalen Holztisch. Die Schale hat eine unregelmäßige, organische Form und sichtbare Holzmaserungen.

Holzwerken Klasse 7

Zuerst untersuchen wir die Gemeinsamkeiten von Blättern, Muscheln und Holzschalen. Bei genauerem Betrachten stellen wir fest, dass es nicht selten bei Blättern oder Muscheln eine organische Verbindung von Innen und Außen gibt. Dieses Bild verinnerlicht, beginnen wir mit der Schale aus einem Lindenhalbstamm, die mindestens eine Drehung als Verbindung zwischen Innen und Außen haben soll.

Nach dem ersten Aushöhlungsprozess ist die „Drehung“ die erste große Herausforderung, da hier die Bewegung der Form nicht zwangsläufig mit dem Faserverlauf des Holzes einhergeht. Diese Herausforderung meisternd, lassen sich kleine Meisterwerke erschaffen, die am Schluss eine handgeschnitzte Oberfläche erhalten!

Dieses Werkstück verlangt einerseits viel Kraft, Werkzeugführung und Geduld, andererseits aber auch sehr viel Fingerspitzengefühl und Sensibilität!

Nahaufnahme von drei unfertigen Holzbeinen, die an einem runden Holzsockel befestigt sind, mit Bleistiftmarkierungen auf der Oberfläche.

Holzwerken Klasse 8

Nun wenden wir uns dem Schreinern zu. Es werden neue Werkzeuge und Arbeitstechniken kennengelernt. Aufgabe ist es, einen Dreibeinhocker oder eine Sitzbank herzustellen.

Die Hocker- bzw. Bankbeine werden mit der Raubank gehobelt, nachdem die Schüler:innen die Raubank fachgerecht eingestellt hat. Dieses große Werkzeug zu beherrschen, ist die erste Herausforderung. Anschließend müssen die Beine konisch gehobelt werden, was noch höhere Anforderungen an Präzision und Werkzeugführung stellt.

Typisch für das Schreinern sind die Holzverbindungen: So wird der Zapfen kennengelernt. Einer wird von Hand gefertigt, die anderen an der Drehbank. Hier geht es um Passungen, also um Genauigkeit!

Während es manchen leicht von der Hand geht, ist es für andere eine echte Herausforderung – und doch entsteht am Ende das erste klar definierte Möbelstück! 

Stapel aus hellen Holzbrettern mit präzise geschnittenen Keilzinkenverbindungen, schichtweise angeordnet und bereit für die Holzbearbeitung oder Montage.

Holzwerken Klasse 9

Thema der Schreinerepoche ist das Brettmöbel. In dieser Epoche dürfen die Schüler:innen einen eigenen Möbelentwurf entwickeln, der aus mindestens drei, maximal sechs „T“-Verbindungen besteht, die mithilfe von Zapfen gefertigt werden.

Dabei entstehen schöne Entwürfe, die anschließend im Maßstab 1:10 gezeichnet und in einer Holzliste erfasst werden.

Nachdem beim Bearbeiten eines Brettes das Abrichten, Fügen und das Hobeln auf die gewünschte Dicke kennengelernt wurden, geht es an die Herstellung der Zapfenverbindungen – nicht selten eine echte Herausforderung für das präzise Arbeiten.

Am Schluss der Epoche halten alle Schüer:inen ihr eigenes Möbelstück in den Händen!

Eine robuste Bank für den Außenbereich mit Beinen und Rahmen aus Beton, mit einer zentralen Holzplatte als Sitzfläche. Die Bank steht auf einem gepflasterten Weg neben einer moosbewachsenen Steinmauer.

Schreinern Klasse 10

Thema der 10. Klasse ist die Schwalbenschwanzzinkung – die Holzverbindung schlechthin, die für das Schreinerhandwerk steht!

Spätestens an diesem Punkt erkennen die Schüler:innen, dass Mathematik, Geometrie, Kreativität und räumliches Vorstellungsvermögen – also Inhalte anderer Fächer – ganz konkret im handwerklichen Tun zur Anwendung kommen.

Nach dem Anfertigen einer Musterecke setzen die Schüler*innen ihre eigenen Möbelentwürfe um. Diese reichen vom Gewürzregal über ein Sideboard für die Badhandtücher oder ein Schuhregal bis hin zum selbstgebauten Bett.

Die Freude ist groß, wenn am Ende alle stolz den selbstgefertigten Gebrauchsgegenstand mit nach Hause nehmen können!

Ein kleiner Tisch mit einer Holzplatte mit scharfer Kante und einem rechteckigen Betonsockel, der auf einem Holzfußboden neben einer cremefarbenen Wand mit Holzverkleidung steht.

Schreinern Klasse 12

Inhalt der Schreinerepoche in der 12. Klasse ist die Produktentwicklung. Zu Themen wie „Holz trifft Beton“ oder „Spann den Bogen“ soll die Schüler:innen einen eigenen Objektentwurf entwickeln.

Von der ersten Entwurfsskizze über ein Arbeitsmodell geht es schließlich in die Fertigung. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung eines Gespürs für Proportionen und Gestaltung.

In dieser Epoche geht es weniger um traditionelle Holzverbindungen, sondern vielmehr darum, eine eigene, kreative Idee handwerklich umzusetzen – gern auch auf unkonventionellem Weg.

Der Einfallsreichtum und die Vielfalt der entstandenen Objekte sind jedes Jahr aufs Neue eine große Freude!